Barfuß im Regen

Nach der extremen Trockenheit der vergangenen Wochen gibt es momentan in Sachsen heftigen Dauerregen.

Und ich liebe es.  🙂  Das Geräusch des Regens zum Einschlafen, die gelegentlichen Wärmegewitter (hier sagt man: es wupert!), und mit dem Fahrrad durch den Regen sausen, geschützt unter meinem Cape. Die Leute halten mich bestimmt ein bissl für bescheuert, wenn ich leicht irre grinsend durch das „Mistwetter“ düse, aber hey, was solls, ich hab auch eine Tigerentenhupe.

Aber das schönste am Dauerregen sind die Überschwemmungen im Großen Garten. Ich habe das Glück, jeden Tag auf dem Hin- und Rückweg vom Büro da durchzufahren. Und der Teil zwischen Zoo und Lennéplatz liegt tiefer als alles andere, das ist quasi eine große Mulde. Und wenn sich irgendwo Wasser sammelt, dann zuerst dort.

Es ist wunderschön, irgendwie unwirklich.
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Der dritte Weltkrieg

Ein Satz eines fernen Verwandten (nennen wir ihn W.) hat mich beim letzten Familienfest mal wieder mächtig aufgeregt. Und zwar hieß es sinngemäß in Bezug auf die letzte Dürreperiode hier:

Heutzutage ist ja immer gleich alles „Klimawandel”. Die Leute sollten das alles entspannter sehen, sowas gabs doch früher auch schon.

Ein Klimawandelleugner!? Ich dachte, die gäbe es nur bei den Amerikanern. Zumindest hatte ich in meinem Umfeld noch keinen persönlich getroffen.

Michael Ende hat schon vor mehr als 20 Jahren diese Notiz hinterlassen:

Immer wieder tauchte nach 1945 die Frage auf, ob es denkbar sei, daß es je zu einem dritten Weltkrieg kommen könne. Ich glaube, wir befinden uns schon mittendrin. Nur bemerkt es offenbar niemand, weil dieser Krieg nicht territorial, sondern zeitlich geführt wird. Wir haben einen erbarmungslosen Krieg gegen unsere eigenen Kinder und Enkel, gegen die kommenden Generationen, entfesselt. Wir werden ihnen eine verwüstete Welt hinterlassen, auf der das Leben für sie sehr schwer sein wird. Aber da sie ja nicht zurückschlagen können, fahren wir damit fort – wir können schon gar nicht mehr anders – und beruhigen unser Gewissen (sofern es nicht ganz zum Schweigen zu bringen ist) mit der Annahme, daß ihnen schon etwas einfallen wird, um unsere Gemeinheiten wiedergutzumachen.


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Gelatine als Nahrungs-TÜV

Die taz hat vor kurzem einen Artikel veröffentlicht: Gelatine als Nahrungs-TÜV. Die Idee: Einen intelligenten Nachfolger zum Mindesthaltbarkeitsdatum schaffen. Auf einen ersten, oberflächlichen Blick ist der Ansatz nicht dumm.

Ein intelligenter Aufkleber, der mit dem Produkt altert.

Die Deutschen schmeißen zu viel Essen weg. Schätzungen gehen von 25% aller gekauften Lebensmittel aus. Da sind Anstrengungen, genau das zu vermindern, eigentlich zu begrüßen.

Eine Londoner Designerin hat sich deswegen einen tollen neuen Aufkleber einfallen lassen. Gefüllt mit Gelatine, zeigt der Aufkleber beim Drüberstreichen, ob das Lebensmittel verdorben ist. Die Gelatine altert dabei mit dem Produkt – einen für Joghurt und Fleisch desaströsen Nachmittag im zu heißen Auto bildet die Idee genauso ab, wie eine vorbildliche Kühlkette.
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Dresdner Szenen

Da soll nochmal einer sagen, dass „vegan” nicht schon in der Mitte der Gesellschaft (wo auch immer das genau ist) angekommen wäre.

Vor kurzem in meinem Lieblingsbiomarkt: Ein Kind, vielleicht sieben Jahre, und furchtbar energiegeladen. Manch einer würde sagen: nervig. Es rennt von einem Regal zum anderen, entdeckt hier etwas, dann dort etwas, und immer lautstark im Kontakt mit der sichtlich müden Mutter. „Mama, kaufen wir das hier?”, „Mama kuck mal, das brauchen wir noch.”, und nach einem Blick in den Einkaufskorb: „Boah, Mama, hier sind ganz viele Pilze!”.

Das Ganze zieht sich bis zum Regal mit den Schokoaufstrichen. Das Kind greift ein großes Glas, hält es der Mutter hin, und ruft:

„Biiiiitte Mama, das is sogar vegaaaaaan…”

Und an der Stelle wäre ich als Mutter wahrscheinlich eingeknickt.  😀  Ich setze große Hoffnungen in die kommenden Generationen.

Nachhaltig sterben!

Na endlich! In Sachsen gibt es jetzt auch die Möglichkeit, sich, bzw. seine Reste, in einem sogenannten Friedwald bestatten zu lassen. Und zwar im Planitzwald, in der Nähe von Leipzig. Ein Wandertag dorthin steht ab sofort für dieses Jahr noch auf dem Plan.

Ein Friedwald ist eine Form der Naturbestattung. Man sucht sich einen schönen Baum aus, für sich allein oder geteilt mit ein paar anderen Urnen, und los gehts. Die Bäume sind meist mit kleinen Nummern markiert, damit Angehörige die Stelle finden können, sonst deutet nichts auf ein Grab hin. Alle Urnen sind vollständig abbaubar.

Selbst tot noch das Klima belasten?

Der Gedanke, dass ich selbst über meinen Tod hinaus noch den Planeten zerstöre, weil mein Grab eine Betonfassung braucht oder mein Sarg lackiert sein muss, gruselt mich. Kränze mit Steckmasse drin, Grablichter aus Erdöl? Künstliche Blumen, die schön lange halten, oder pseudo-religiöse Plastikengelchen? Der Ideenreichtum kennt bei der Erzeugung von Müll keine Grenzen.
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Pest oder Cholera?!

In gut einer Woche findet in Dresden die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Und was soll ich sagen… – zum ersten Mal bin ich arg in Versuchung geraten, einfach ein dickes, irre lachendes Smiley auf den Wahlzettel zu krakeln. Oder ein Feld unten anzufügen: „Bitte keinen der angeführten Kandidaten. Echt nicht.”

Seit Jahren wettere ich gegen Nichtwähler, und versuche, die Leute vom Sinn des Wählens zu überzeugen. Wer nicht wählt, trägt dazu bei, dass alles so bleibt wie es ist. Und jetzt sowas!
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Missachtung des Gerichts

Vor kurzem hatte ich einen Termin beim Amtsgericht hier in Dresden. Nein, nein, ich war brav. Ich sollte nur als Zeuge vorstellig werden, weil ich einen Unfall beobachtet hatte. Interessant dabei ist, dass ich mit meiner Einladung in schönstem Beamtendeutsch auch eine Androhung „von bis zu 1000€ oder Ordnungshaft” bekommen habe, obwohl ich mich ja freiwillig gemeldet hatte. Aber darum gehts in diesem Beitrag eigentlich nicht.

barfuß-Fuß

Was’n das?

Die liebe Sonne lacht!

Da es einer der ersten wirklich warmen Tage dieses Jahr war, bin ich, naiv-fröhlich wie immer, barfuß ins Amt marschiert. Ich kam nur nicht weit. Kurz hinterm Eingang lauerte schon die Obrigkeit.
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Unnützes Wissen

Ich mag es sehr, in Dresden mit den Öffentlichen zu fahren. Das Netz ist super ausgebaut und wirklich durchdacht angelegt, die wichtigsten Strecken werden im Minutentakt befahren und selbst Nachts kommt man meistens noch gut nach Hause.

Interessant ist auf jeden Fall das Fahrgastfernsehen. Manchmal schmerzt mich die grafische Umsetzung ein wenig, aber die Nachrichten zu Dresden und der Welt oder auch der regelmäßige 3-Fragen-Quiz machen lange Fahrten abwechslungsreicher.

Kategorie: Unnützes Wissen

Seit kurzem gibt es auch eine brandneue Kategorie: Unnützes Wissen. Vom Ansatz her ganz spaßig, man kennt das ja z.B. aus der Neon früher. Fragwürdig nur der passende Beitrag dazu.
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Deutschland den Deutschen!

Letzten Montag war ja mal wieder eine Großaktion von Pegida hier in Dresden. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders war als Redner eingeladen. Zum Glück wurden mit 5.000 – 10.000 Teilnehmern die angepeilten 30.000 bei weitem nicht erreicht, und auch auf der Seite der Gegendemonstranten waren mal wieder ca. 3.000 Leute auf der Straße. Der Hochpunkt von Pegida scheint erst mal überschritten.

Und trotzdem habe ich Angst.

Angst vor dem rassistischen, kleingeistigen Klima hier Sachsen, Angst vor dem allgemeinen Rechtsruck in Europa, und Angst vor immer mehr und immer heftigeren Krisenherden überall auf der Welt.
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Praktischer Tierschutz

Manchmal ist Tierschutz einfacher als gedacht. Besonders gut greift hier das Konzept der kleinen Schritte – es gibt so viele Stellen, an denen man anfangen kann, etwas zu verbessern. Und manchmal ist so eine Stelle die Wikipedia.

Wikipedia – eine der größten Errungenschaften der Menschheit

Die Idee, das Wissen der Welt zu sammeln und allen Menschen gratis zur Verfügung zu stellen, rangiert in ihrer Brillianz für mich direkt hinter der Nutzbarmachung des Feuers durch die ersten Menschen. Bildung, Aufklärung und der Zugang zu freien Informationen können Kriege verhindern, religiösen Fanatismus bekämpfen, und ein Bewusstsein dafür schaffen, wie gefährdet und verletzlich unsere Welt ist. Und vor kurzem konnte ich (dank der Hilfe meiner Freundin) mal wieder einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zu diesem Wunderwerk beitragen.
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